Was unterscheidet 1K- von 2K-Lacksystemen?
Der Begriff „Acryllack“ wird häufig verwendet, liefert jedoch zunächst wenig Aussagekraft. Nahezu alle heutigen Lacke enthalten Acrylanteile, was vor allem bedeutet, dass sie UV-stabil und vergilbungsarm sind.
Entscheidend ist vielmehr, ob es sich um ein:
1K-Lacksystem handelt, das durch Verdunsten trocknet und lösemittelempfindlich ist, oder
2K-Lacksystem, welches mit einem Härter vermischt wird und eine stabile, chemisch vernetzte Oberfläche bildet.
Lediglich 2K-Altlacke sind für die Überlackierung mit 2K-Systemen geeignet.
Bei 1K-Lacken können Probleme wie Ablösungen, Blasenbildung oder Risse auftreten.
Wie ermitteln Sie den vorhandenen Lacktyp?
Mit einem einfachen Test lässt sich feststellen, ob ein 1K- oder 2K-Lack aufgetragen wurde:
Anleitung:
- Tränken Sie ein Baumwolltuch mit einer geeigneten Verdünnung (beispielsweise V17-Verdünnung).
Legen Sie das Tuch auf eine unauffällige Stelle der zu lackierenden Fläche.
Lassen Sie es einige Minuten einwirken, gerne auch antrocknen.
Reiben Sie zwischendurch vorsichtig mit dem Tuch.
Ergebnis:
Weicht der Lack auf, wird klebrig oder löst sich ab ➜ 1K-System
Bleibt der Lack fest und wird allenfalls leicht matt ➜ 2K-System
Vorgehen bei 1K-Lack
Ergibt der Test, dass ein 1K-System vorliegt, sollte die Fläche vollständig entschichtet werden, um eine dauerhafte Haftung der neuen 2K-Beschichtung zu gewährleisten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Altlack abschleifen (beispielsweise mit Körnung P180).
Gründlich reinigen – frei von Staub, Fett und Schleifresten.
Neu grundieren mit einem geeigneten 2K-Primer.
Anschließend kann der neue Lack – beispielsweise Raptor – problemlos aufgetragen werden.
Hinweis: Aufkleber und Folienreste lassen sich beim Schleifen ebenfalls entfernen.
Zusammenfassung
2K auf 2K: Problemlos möglich, einfach anschleifen und mit der Lackierung beginnen.
2K auf 1K: Nicht zu empfehlen – hier ist eine vollständige Entschichtung erforderlich.
Sollten Sie unsicher sein, empfehlen wir definitiv den Test mit der Verdünnung. Dieser dauert nur wenige Minuten und kann Ihnen im Nachhinein erheblichen Aufwand ersparen.