Dauerhafte und beständige Lackierungen auf Zink bzw. verzinktem Metall im Außenbereich, das Wind und Wetter sowie mechanischer Belastung ausgesetzt ist, gelingen nur, wenn die notwendigen Vorarbeiten sorgfältig durchgeführt werden.
Eine verzinkte Oberfläche ist von Natur aus sehr wetterbeständig und wird gewählt, um Stahlbauteile vor Rost zu schützen und dadurch wartungsfrei zu machen. Der silbrig-graue Effekt der Oberfläche ist allerdings nicht für jeden ansprechend. Häufig sollen solche korrosionsgeschützten Stahlteile farbig lackiert werden. Oft löst sich trotz aufwändiger Lackierung der Lack schon nach kurzer Zeit wieder ab.
Das lässt sich sicher vermeiden, wenn zuverlässig und in der richtigen Reihenfolge mit den passenden Produkten gearbeitet wird. Unsere Beschichtungsaufbauten bestehen immer die obligatorische Gitterschnittprüfung.
Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und prüfen die Lackhaftung zusätzlich durch intensives Kratzen und Schaben mit einer kantigen Klinge direkt an der geschnittenen Prüfstelle. Wenn der Lack trotz erheblicher Kraftanwendung nicht entfernt werden kann, sprechen wir von einer beständigen "Lackhaftung".
Für einen hochwertigen und langlebigen Lackaufbau
- Neu verzinkte, noch glänzende Bauteile sollten immer zuerst gründlich mit flüssigem Entroster und Schleifvlies abgerieben werden. Das Schleifvlies ist wichtig, weil glänzende Zinkoberflächen eine abstoßende, abperlende Wirkung haben. So wird die Flüssigkeit gut in das Zink eingearbeitet, die Verzinkung leicht angegriffen und nach dem Trocknen sichtbar matt.
- Ältere, matte und verwitterte Zinkflächen werden gründlich mit Wasser gereinigt und ebenfalls mit flüssigem Entroster behandelt. Auch hier sollte Schleifvlies verwendet werden.
- Anschließend immer gründlich mit Wasser nachspülen und trocknen lassen.
- Die RUCOPLAST Epoxi-Grundierung bildet bei 120 µm Nassschicht (=160 g/m²) eine Trockenschichtstärke von etwa 50 µm. Auf Aluminium sind 100 µm Trockenfilm erforderlich, daher sind zwei Anstriche mit je 160 g/m² und Zwischentrocknung notwendig.
- Da diese relativ dicke RUCOPLAST Epoxi-Grundierung mit 69 % Festkörperanteil eine längere Trockenzeit benötigt, ist bei Pinsel- oder Rollauftrag eine Zwischentrocknung über Nacht pro Schicht mit entsprechendem Haftungsschliff unbedingt erforderlich.
- Nach diesem Haftungsschliff und zwingend am gleichen Tag kann mit unseren passenden Lacken weiterbeschichtet werden.
- Bei Spritzlackierung können lösemittelbasierte RUCOPUR- und ATAPUR-Lacke bereits nach etwa 2–6 Stunden ohne Haftungsschliff überlackiert werden.
- Grundsätzlich gilt: Nach einer Trocknungszeit von mehr als 12 Stunden muss die RUCOPLAST Epoxi-Grundierung immer angeschliffen werden, um Haftungsprobleme zu vermeiden.
- Wurde mehr als 12 Stunden nach dem Haftungsschliff gewartet, muss erneut angeschliffen werden – also nicht „auf Vorrat“ schleifen!
- Wenn mit wasserbasierten Lacken wie Waterpur oder MAGISTRATOR beschichtet wird, muss die RUCOPLAST Epoxi-Grundierung immer über Nacht durchtrocknen und ein Haftungsschliff durchgeführt werden.
- Unser wasserbasierter 1K-Lack MAGISTRATOR eignet sich im Außenbereich nur für überwiegend vertikale Bauteile und wenn auf die besondere Beständigkeit einer 2K-Lackierung verzichtet werden kann.
- Wir empfehlen immer, eigene Muster anzufertigen.
- ATAPUR-Lacke sind nur für den Innenbereich geeignet.
- RUCOPUR-Lacke können überall verwendet werden.
- WATERPUR-Lacke sind für Innenräume und im Außenbereich nur für vertikale Flächen geeignet.
- MAGISTRATOR-Lacke sind innen und außen nur für vertikale Flächen geeignet.
- RAPTOR Schutzlackierung kann innen und außen überall eingesetzt werden.
Auf so vorbereiteten verzinkten Bauteilen lösen sich unsere Lacke nicht ab. Außer bei Bedarf mit V17 DD-Verdünnung ist keine Nachreinigung mit anderen Verdünnern oder Silikonentfernern notwendig.
Beispielsweise können Fußbodenbauteile, Treppen, Leitern, Gerüste, LKW oder andere Gegenstände aus verzinktem Stahl mit RUCOPUR-Lacken oder der RAPTOR Schutzlackierung in tausenden Wunschfarben lackiert werden – auch wenn sie mit robusten Schuhen betreten und stark mechanisch beansprucht werden. Dabei ist zu beachten, dass dickere Lackschichten naturgemäß widerstandsfähiger sind als dünne.
Die RUCOPLAST Epoxi-Grundierung bildet bei 120 µm Nassschicht (=160 g/m²) eine Trockenschicht von etwa 50 µm und kann nach 2–3 Stunden mit sich selbst überarbeitet werden. Nach der zweiten Schicht empfiehlt sich eine Trocknung über Nacht (ca. 16 Stunden), um Spannungen im Lackaufbau zu vermeiden.
Normschichtdicke von ca. 130 g/m² entspricht 30 µm Trockenfilm. Auf blankem Stahl oder Aluminium kann nach einer Ablüftzeit von 20–30 Minuten mit allen RUCOPUR- und ATAPUR-Lacken überlackiert oder nach dem Abdunsten (ca. 30 Minuten) direkt in der Wärmekabine oder unter Infrarotstrahlern forciert getrocknet werden.
Wird eine bindemittel- und festkörperreiche, dicke Lackschicht zu früh forciert getrocknet, kann es zu Blasenbildung kommen, weil eingeschlossene Lösemittel im angetrockneten Lackfilm nicht entweichen können.