MDF-Platten (Mitteldichte Holzfaserplatten) sind im Tischlerhandwerk, Innenausbau und auch bei Heimwerkern sehr beliebt. Sie lassen sich leicht bearbeiten und sind meist preiswert, was den Kauf attraktiv macht. Allerdings sind perfekte Oberflächen nur mit den richtigen Vorbereitungen gut zu erzielen.
Worauf man achten sollte
Mit der richtigen Vorbereitung und Verarbeitung lassen sich Lackierfehler und Kantenrisse bei MDF gut vermeiden. Wichtig ist dabei unter anderem die passende MDF-Qualität nach Herstellerangaben gemäß EU-Norm EN622-5 Punkt 4, Prüfverfahren EN317. Platten aus Außenlagern oder mit einer Feuchtigkeit über 7 % sollten vermieden werden.
- Scharfe Kanten und Ausfräsungen möglichst abrunden und farblos vorisolieren*, dann zweimal mit Füller beschichten und jeweils gut trocknen lassen (Lösemittel und Wasser müssen entweichen können).
- Je höher der Glanzgrad der Endbeschichtung, desto länger sollte der Füller bzw. Endlack durchtrocknen.
- Grundierung und Füllerschichten sollten nicht durchgeschliffen werden.
- Wurde doch durchgeschliffen, muss die Stelle erneut mit Füller bearbeitet werden, da Farblack den Füller nicht ersetzen kann.
- Wenn zu früh geschliffen und lackiert wird, können restliche Lösemittel entweichen, was später zu Geruchsbelästigung und welliger Oberfläche führen kann.
- Plattenverbunde aus mehreren MDF-Platten sind aufgrund unterschiedlicher Spannungen anfällig für Risse – besser ist es, wenn möglich eine MDF-Platte in passender Stärke zu wählen.
- Wasser, das durch Verleimen eingebracht wird (Weißleim enthält viel Wasser), muss vor dem Lackieren austrocknen. Alternativ empfiehlt sich ein wasserfreier PUR-Klebstoff.
- Kanten sollten gut geschliffen und anschließend farblos vorisoliert werden.
- Gefüllerte Flächen sollten im Zielklima gelagert werden.
- Den Füller erst kurz vor der Weiterbeschichtung schleifen (innerhalb eines Tages), sonst kann es zu Haftungsproblemen kommen.
*Auch wenn es oft als aufwendig angesehen wird, empfehlen wir grundsätzlich eine gründliche, harzreiche Vorisolierung, die zur Faserverklebung geeignet ist, zum Beispiel mit unseren Produkten:
- Fix Purgrund
Dieser Arbeitsschritt führt zu deutlich besseren und langlebigeren Lackierergebnissen. Tricoya-MDF-Platten benötigen nur einen Haftungsschliff und eine Grundierung mit Rucoplast Epoxi-Grundierung. Danach kann jeder passende 2K- oder 1K-Farblack verwendet werden.
MDF-Kanten lackieren: Risse dauerhaft vermeiden
Für alle, die sich dafür interessieren: Eine fehlerfreie Lackierung von rohen MDF-Platten ist oft anspruchsvoller als gedacht.
- Die MDF-Qualität sollte zum Einsatzgebiet passen, siehe Herstellerangaben zur EU-Norm EN622-5 Punkt 4 Prüfverfahren EN317 (Anforderungen an die Dickenquellung).
- Die ideale Plattenfeuchtigkeit liegt bei 5 - 7 %.
- Grundsätzlich sollten MDF-Platten nicht im Außenlager gelagert werden.
- Scharfe Kanten und Ausfräsungen möglichst abrunden.
- Kanten und Ausfräsungen farblos vorisolieren.
- Auch wenn es heute als „unpopulär“ gilt und mit hohem Aufwand verbunden scheint, empfehlen wir weiterhin eine gründliche, harzreiche, farblose Vorisolierung, die zur Faserverklebung geeignet ist.
- Zum Beispiel mit FiX-PURGRUND oder High-Solid-Grund H4500.
- Eine Ausnahme bildet unser hochvernetzter 4:1 RUCOPUR-Reaktionsfüller, der speziell für die MDF-Schnittkantenlackierung entwickelt wurde.
- Klarlacke können diese Aufgabe nicht übernehmen, da sie dafür nicht konzipiert sind.
- FiX-PURGRUND und High-Solid-Grund H4500 sind niedrigviskos und sollten idealerweise nass-in-nass mit einer Walze aufgetragen werden.
- Spritzauftrag bringt nur geringe Mengen auf, verursacht aber bei Schmalkanten viel Overspray. Außerdem trocknet das Produkt dabei oft schnell, was das Eindringen der nachfolgenden Schichten erschwert.
- Dieser Arbeitsschritt führt zu besseren und dauerhaften Lackierergebnissen.
- Rohe MDF-Platten immer zweimal mit Füller beschichten und jeweils gut trocknen lassen, damit Lösemittel und Wasser entweichen können.
- Je höher der Glanzgrad der Endbeschichtung, desto länger sollte der Füller durchtrocknen – das kann bei 20 °C schon mal 3 bis 10 Tage dauern.
- Unter Zeitdruck zu kurze Trocknungszeiten führen besonders bei glänzenden Endlackierungen zu Problemen.
- Füllerschichten nicht durchschleifen; falls doch, muss die Stelle erneut mit Füller behandelt werden.
- Farblack kann den Füller an beschädigten Stellen nicht ersetzen.
- Wenn zu früh geschliffen und lackiert wird, entweichen eingeschlossene Lösemittel später, was zu Geruchsbelästigung und welliger Oberfläche führen kann (bei Hochglanz mit unscharfem Spiegelbild).
- Plattenverbunde aus mehreren MDF-Platten sind aufgrund unterschiedlicher Spannungen besonders anfällig für Kantenrisse – hier sieht man das deutlich.
- Das ist ärgerlich: Bei diesem Bauteil wurde in gutem Glauben ein hochwertiger, aber ungeeigneter 2K-PUR-Klarlack als Isolierung verwendet.
- Danach wurde mit einem bekannten Isolierfüller gearbeitet.
- Interessant ist, dass Grundierfolie verwendet wurde, aber auch direkt an der Leimfuge Risse entstanden sind.
- Wenn möglich, sollte man besser eine MDF-Platte in passender Stärke wählen.
- Drei Mal 19 mm übereinander zu verleimen ist nicht ideal, eine 57 mm MDF-Platte liegt selten bereit – also lieber sorgfältig isolieren.
- Durch Verleimen eingebrachtes Wasser (Weißleim enthält viel Wasser) muss vor dem Lackieren austrocknen, sonst markieren sich die Fugen (das kann mehrere Tage dauern).
- Besser ist der Einsatz von wasserfreiem PUR-Kleber.
- An gerundeten Gehrungen und Schmalkanten zeichnet sich die Leimfuge sonst auch durch mehrere Lackschichten hindurch ab.
- Hier empfiehlt sich ebenfalls ein wasserfreier PUR-Klebstoff.
- Kanten und Ausfräsungen sollten immer gut geschliffen und farblos vorisoliert werden.
- Gefüllerte Flächen sollten im Zielklima gelagert werden.
- Den Füller erst kurz vor der Weiterbeschichtung schleifen (innerhalb eines Tages), um Haftungsstörungen zu vermeiden.
- Natürlich kann jeder eigene Erfahrungen gemacht haben, die Herstellerempfehlungen und Fakten bleiben jedoch unverändert gültig.