Plexiglas, Acrylglas, PMMA: Diese Begriffe bezeichnen dasselbe Kunststoffmaterial. Je nach Hersteller gibt es verschiedene Acrylglas-Typen. Die Haftung von Lack auf diesem beliebten Kunststoff ist nicht immer garantiert. Nicht jeder Lack haftet zuverlässig, viele versagen.
Plexiglas GS wird als Massivplatten, Blöcke, Stäbe und Rohre mit glatten oder matten bzw. satinierten (Plexiglas Satinice) Oberflächen hergestellt und eignet sich für die Lackierung mit Lösemittellacken. Plexiglas XT gibt es in herkömmlicher und schlagzäh-modifizierter Form (Plexiglas Resist) als glatte, strukturierte oder matte bzw. satinierte (Plexiglas Satinice) Massivplatten, Wellplatten, Stegplatten, Spiegel, Rohre, Stäbe sowie Folien (Europlex).
Atapur 2000 & Atapur Struktur als Lösung
Wie gewohnt haben wir unsere Lacke mit einem normgerechten Gitterschnitttest auf Haftung an PMMA-Mustern geprüft, die uns im Laufe von 30 Jahren zur Verfügung standen. Zusätzlich haben wir an den Schnitten der Prüfstelle kräftig mit einem Schraubendreher gekratzt.
Wenn PMMA-Bauteile im Außenbereich eingesetzt werden, sollte immer die lackierte Fläche geschützt werden, während die unlackierte Fläche der Witterung ausgesetzt bleibt. Eine langjährige Farbtonbeständigkeit können wir nicht garantieren. Auf dem folgenden Bild ist der Haftungsschliff in der unteren Hälfte der Testfläche gut zu erkennen. Keine Sorge, die Schleifspuren sind nach dem Lackieren von vorne nicht mehr sichtbar.
Atapur 2000 und Atapur Struktur haften auf den von uns getesteten Plexiglas-, Acrylglas- und Plexiglas GS-Typen, aber auch auf schwer entflammbaren Polycarbonat-Sorten manchmal sogar ohne Anschliff (wir können jedoch nicht alle Typen prüfen). Daher empfehlen wir immer, die Oberfläche mit Korn P240 anzuschleifen.
Das nachträgliche Bekleben mit Design-Folien direkt auf der lackierten Seite ist nach vollständiger Trocknung des Lacks problemlos möglich.
Tipps & Empfehlungen
Wir empfehlen dringend, eigene Muster anzufertigen. Für Lackierungen, die nicht ausdrücklich von uns getestet wurden, übernehmen wir keine Haftung.
- Das Reinigen und Lackieren mit Lösemitteln auf ungeeigneten PMMA-Typen (z. B. Plexiglas XT) kann zu sofortiger oder später auftretender Rissbildung im Kunststoff führen. Daher sollten Testlackierungen niemals an Originalbauteilen durchgeführt werden.
- Vor der Oberflächenbearbeitung ist gegebenenfalls eine Reinigung erforderlich, mindestens durch Abblasen mit ionisierter Luft oder Abwaschen mit warmem Wasser und Spülmittel. Zum Trocknen eignet sich ein saugfähiges, fusselfreies Tuch. Danach sollte die Oberfläche mit P240 angeschliffen werden.
- Fabrikneue Flächen, die mit Schutzfolie versehen sind, können direkt nach dem Abziehen der Folie geschliffen werden.
- Anschließend kann die Lackierung in der gewünschten Farbe erfolgen. Es ist ratsam, auf lichtdichte Schichtdicken zu achten, damit sich der Farbton gut entwickeln kann. Eine zu dünne Lackschicht wirkt leicht durchscheinend und lässt den Farbton heller erscheinen. Während des Lackierens kann mit einer Taschenlampe die Lichtdurchlässigkeit geprüft werden, um die Schichtdicke entsprechend anzupassen, bis kein Licht mehr durchscheint.